Adventsgeschichten für Kinder

Wenn draußen früh die Dunkelheit kommt und die erste Kerze am Adventskranz brennt, ist die schönste Zeit zum Vorlesen. Hier findest du vier kurze Adventsgeschichten, eine für jeden Adventssonntag, für Kinder ab etwa 4 Jahren. Jede dauert ungefähr vier Minuten. Und wenn du mehr brauchst: Cuenti schreibt eine neue Geschichte, in der dein Kind die Hauptrolle spielt.

Die Geschichten auf dieser Seite sind kostenlos. Die erste eigene Geschichte auf Cuenti auch, ohne Anmeldung.

Vier Adventsgeschichten zum Vorlesen

Eine Geschichte für jeden Adventssonntag. Du kannst sie der Reihe nach vorlesen, jeweils wenn eine neue Kerze angezündet wird.

1. Advent: Die kleine Kerze, die sich nicht traute

4 Min. Vorlesezeit · ab 4 Jahren

Auf dem Adventskranz der Familie Becker standen vier rote Kerzen. Die größte war Kerze Eins. Sie war ganz aufgeregt. „Heute ist der erste Advent“, flüsterte sie. „Heute bin ich dran!“

Die drei anderen Kerzen schauten sie an. Kerze Vier, die kleinste, sagte leise: „Und wenn du ganz allein brennst? Hast du keine Angst?“ Da wurde Kerze Eins ein bisschen unsicher. Allein? Darüber hatte sie noch gar nicht nachgedacht.

Am Abend kam Mila mit ihrem Papa ins Wohnzimmer. Papa machte das große Licht aus. Es wurde dunkel. Ganz dunkel. Kerze Eins zitterte ein wenig.

Dann machte es ritsch, und ein Streichholz flammte auf. Papa hielt es an den Docht, und auf einmal brannte Kerze Eins. Ein kleines, warmes Licht.

Mila setzte sich auf den Teppich und schaute in die Flamme. Ihre Augen glänzten. „Papa, eine Kerze reicht schon, damit es gemütlich wird“, sagte sie.

Kerze Eins hörte das. Sie stand ein bisschen gerader und brannte ein bisschen heller. Allein war sie gar nicht: Da waren Mila und Papa, da war der Duft von Tannenzweigen, und da waren die anderen drei Kerzen, die geduldig warteten.

„Nächste Woche bist du dran“, flüsterte Kerze Eins der Kerze Zwei zu. „Und keine Angst. Es ist wunderschön.“

Zum Nachdenken: Auch ein kleines Licht macht es hell. Was bringt dich in der Adventszeit zum Leuchten?

2. Advent: Opa Karls verlorenes Plätzchenrezept

4 Min. Vorlesezeit · ab 5 Jahren

Jedes Jahr am zweiten Advent backte Opa Karl mit Jonas seine berühmten Zimtsterne. Aber dieses Jahr stand Opa ratlos in der Küche. „Ich finde das Rezept nicht mehr“, sagte er. „Ich habe den Zettel überall gesucht.“

Jonas schaute in die Keksdose. Leer. Er schaute unter den Küchentisch. Nur ein Krümel. Er schaute sogar in den Kühlschrank. Da war nur Butter.

„Opa, weißt du noch, wie es geht?“, fragte Jonas. Opa kratzte sich am Kopf. „Mandeln, Zucker, Eiweiß und Zimt. Aber wie viel? Das weiß ich nicht mehr genau.“

Jonas hatte eine Idee. „Dann probieren wir es einfach!“ Und so rührten sie: ein bisschen Zucker, ein bisschen Zimt, noch ein bisschen mehr Zimt. Jonas durfte die Sterne ausstechen. Manche wurden schief, einer sah aus wie ein Seestern.

Als die Zimtsterne aus dem Ofen kamen, probierte Opa einen. Er kaute langsam. Dann lachte er. „Die schmecken anders als früher“, sagte er. „Die schmecken nach Jonas.“

Beim Aufräumen fiel ein gelber Zettel aus Opas Kochbuch. Das alte Rezept! Opa hob es auf, schaute es an und steckte es wieder zurück.

„Willst du es nicht benutzen?“, fragte Jonas. „Nächstes Jahr vielleicht“, sagte Opa und zwinkerte. „Aber unser neues Rezept schreiben wir auch auf. Damit es nie verloren geht.“

Zum Nachdenken: Manchmal entsteht etwas Schönes gerade dann, wenn nicht alles nach Plan läuft. Was backst du gerne im Advent?

3. Advent: Das Igelkind und der erste Schnee

4 Min. Vorlesezeit · ab 4 Jahren

Unter einem Laubhaufen im Garten schlief ein kleiner Igel namens Stups. Igel schlafen den ganzen Winter. Aber Stups war aufgewacht, weil ihm etwas Kaltes auf die Nase getropft war.

Er streckte den Kopf hinaus und staunte. Alles war weiß! Kleine weiße Flocken tanzten vom Himmel. „Was ist das?“, fragte Stups. Er hatte noch nie Schnee gesehen.

Auf dem Zaun saß ein Rotkehlchen. „Das ist Schnee“, sagte es. „Aber du solltest schlafen, kleiner Igel. Draußen ist es zu kalt für dich.“

„Nur ganz kurz“, bat Stups. „Ich will wissen, wie Schnee sich anfühlt.“ Er setzte eine Pfote in den Schnee. Kalt! Er setzte die zweite Pfote hinein. Noch kälter! Und dann musste er niesen. Hatschi!

Am Fenster des Hauses standen Lea und ihre Mama. Sie hatten den kleinen Igel gesehen. Mama holte eine Kiste und füllte sie mit trockenem Laub. Ganz vorsichtig stellten sie die Kiste neben den Laubhaufen, unter das Dach des Gartenhäuschens, wo kein Schnee hinkam.

Stups kroch hinein. Es war trocken und warm, und es roch nach Herbst. Das Rotkehlchen setzte sich auf den Rand. „Siehst du“, sagte es, „jetzt hast du den Schnee gesehen. Und im Frühling erzähle ich dir, was du verschlafen hast.“

Stups rollte sich zusammen. „Gute Nacht, Schnee“, murmelte er. Und er schlief, bis die Sonne im März ihn an der Nase kitzelte.

Zum Nachdenken: Wer anderen hilft, macht den Winter für alle ein bisschen wärmer. Wie kannst du im Winter Tieren helfen?

4. Advent: Der Stern, der zu spät kam

3 Min. Vorlesezeit · ab 4 Jahren

Am vierten Advent hängte Familie Yilmaz die letzten Sterne ins Fenster. Es waren Sterne aus Strohhalmen, aus Goldpapier und aus Salzteig. Nur einer fehlte noch: der Stern, den Emre im Kindergarten gebastelt hatte.

Emres Stern war nicht fertig geworden. Eine Zacke war kürzer als die anderen, und der Glitzer klebte nur auf einer Seite. „Der ist nicht schön genug“, sagte Emre traurig. „Der passt nicht zu den anderen.“

Seine große Schwester Elif nahm den Stern in die Hand. Sie hielt ihn gegen das Licht der vier Kerzen. Der Glitzer funkelte, und die kurze Zacke warf einen lustigen Schatten an die Wand. Er sah aus wie ein kleiner Hund.

„Schau mal“, sagte Elif. „Kein anderer Stern kann das.“ Emre schaute. Dann lachte er. „Ein Hundestern!“

Sie hängten Emres Stern ganz in die Mitte des Fensters. Und jeden Abend, wenn die Kerzen brannten, schaute die ganze Familie nach dem kleinen Hund an der Wand.

Die Nachbarin von gegenüber sah die Sterne im Fenster und winkte. Am meisten zeigte sie auf den mit der kurzen Zacke.

Zum Nachdenken: Was mit Liebe gemacht ist, muss nicht perfekt sein. Was hast du schon einmal selbst gebastelt?

Eine eigene Adventsgeschichte erstellen

Dein Kind wird zur Hauptfigur. Cuenti schreibt und illustriert eine neue Adventsgeschichte, passend zum Alter.

Freiwillig. Ein Spitzname geht auch.

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Tipps für das Vorlesen im Advent

  • Ein festes Vorleseritual

    Lies jeden Adventssonntag eine Geschichte vor, wenn die neue Kerze angezündet wird. Kinder freuen sich die ganze Woche darauf.

  • Kurz und gemütlich

    Für Kinder von 3 bis 6 Jahren sind 3 bis 5 Minuten ideal. Lieber eine kurze Geschichte in Ruhe als eine lange in Eile.

  • Licht aus, Kerze an

    Mach das große Licht aus und lies im Kerzenschein oder mit einer kleinen Lampe. So wird die Geschichte zum Erlebnis.

  • Eine Geschichte für jeden Tag

    Für einen Vorlese-Adventskalender brauchst du 24 Geschichten. Mit Cuenti kannst du jeden Tag eine neue erstellen, in der dein Kind die Hauptrolle spielt.

Häufige Fragen

Welche Adventsgeschichten eignen sich für Kindergartenkinder?

Kurze Geschichten von 3 bis 5 Minuten mit vertrauten Dingen: Kerzen, Plätzchen, Schnee, Tiere im Winter. Wichtig sind einfache Sätze und ein warmes, gutes Ende.

Wann ist der erste Advent?

Der erste Advent ist der vierte Sonntag vor Weihnachten, also immer zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember. Mit ihm beginnt die Adventszeit.

Wie lang sollte eine Adventsgeschichte zum Vorlesen sein?

Für Kinder bis 6 Jahre reichen 3 bis 5 Minuten. Ältere Kinder hören auch gerne längere Geschichten von 10 Minuten oder eine Fortsetzungsgeschichte über mehrere Tage.

Sind die Geschichten kostenlos?

Ja. Die vier Geschichten auf dieser Seite sind kostenlos. Die erste eigene Geschichte auf Cuenti ist auch kostenlos, ohne Anmeldung.

Kann ich eine Adventsgeschichte mit dem Namen meines Kindes erstellen?

Ja. Gib oben den Namen ein, wähle das Alter und eine Idee. Cuenti schreibt und illustriert eine neue Geschichte. Der Name erscheint nie in der Adresse der Seite.

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