1. Advent: Die kleine Kerze, die sich nicht traute
4 Min. Vorlesezeit · ab 4 Jahren
Auf dem Adventskranz der Familie Becker standen vier rote Kerzen. Die größte war Kerze Eins. Sie war ganz aufgeregt. „Heute ist der erste Advent“, flüsterte sie. „Heute bin ich dran!“
Die drei anderen Kerzen schauten sie an. Kerze Vier, die kleinste, sagte leise: „Und wenn du ganz allein brennst? Hast du keine Angst?“ Da wurde Kerze Eins ein bisschen unsicher. Allein? Darüber hatte sie noch gar nicht nachgedacht.
Am Abend kam Mila mit ihrem Papa ins Wohnzimmer. Papa machte das große Licht aus. Es wurde dunkel. Ganz dunkel. Kerze Eins zitterte ein wenig.
Dann machte es ritsch, und ein Streichholz flammte auf. Papa hielt es an den Docht, und auf einmal brannte Kerze Eins. Ein kleines, warmes Licht.
Mila setzte sich auf den Teppich und schaute in die Flamme. Ihre Augen glänzten. „Papa, eine Kerze reicht schon, damit es gemütlich wird“, sagte sie.
Kerze Eins hörte das. Sie stand ein bisschen gerader und brannte ein bisschen heller. Allein war sie gar nicht: Da waren Mila und Papa, da war der Duft von Tannenzweigen, und da waren die anderen drei Kerzen, die geduldig warteten.
„Nächste Woche bist du dran“, flüsterte Kerze Eins der Kerze Zwei zu. „Und keine Angst. Es ist wunderschön.“
Zum Nachdenken: Auch ein kleines Licht macht es hell. Was bringt dich in der Adventszeit zum Leuchten?