
In einem Wald, in dem die Blätter im Herbst wie flüssiges Gold von den Bäumen regneten, lebte ein kleines Eichhörnchen namens Flitzi. Flitzi war nicht irgendein Eichhörnchen; er war das fleißigste Tierchen zwischen dem glitzernden Bach und dem alten Tannenhang. Während die anderen Tiere noch die letzten warmen Sonnenstrahlen genossen und fangen spielten, flitzte – wie sein Name schon sagte – der kleine Kerl unermüdlich hin und her. Sein buschiger Schwanz wippte bei jedem Sprung, und seine flinken Pfoten gruben unzählige Löcher in den weichen Waldboden. „Haselnüsse für den November, Walnüsse für den Dezember und Bucheckern für den ganz kalten Januar“, murmelte er vor sich hin, während er seine Schätze sortierte. Flitzi wusste, dass der Winter lang und hart sein konnte. Er hatte ein warmes Nest hoch oben in einer alten Buche, das er liebevoll mit Moos und Federn gepolstert hatte. Doch sein ganzer Stolz war sein Vorrat. Eines Nachmittags, als die Sonne schon tief stand und den Wald in ein sanftes Orange tauchte, suchte Flitzi am Fuße der Uralten Eiche. Die Uralte Eiche war der älteste Baum des Waldes, ihre Wurzeln reichten so tief, dass man sagte, sie könnten die Lieder der Erde hören. Plötzlich sah Flitzi etwas glitzern. Zuerst dachte er, es sei ein Tautropfen, der das Licht einfing. Doch als er näher herantrat, traute er seinen Augen kaum. Dort, halb verborgen unter einer dicken Wurzel, lag eine Nuss. Aber es war keine gewöhnliche Nuss. Sie war vollkommen glatt, schwer wie ein Stein und leuchtete in einem warmen, reinen Goldton. Als Flitzi sie mit seinen Pfötchen berührte, spürte er ein angenehmes Kribbeln, das bis in seine Ohrenspitzen stieg.


