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Ein kleines Sternchen namens Lina hing ganz oben am Himmel, allein und ein bisschen traurig. Die anderen Sterne glänzten hell und strahlten, doch Lina war viel zu klein und viel zu unsicher, um sich in den Himmel zu schmiegen. Jeden Abend beobachtete sie den Mond, der sanft über die Erde wanderte und mit seinem Licht die Schlafenden beruhigte. Lina wünschte sich nichts sehnlicher, als einmal auf dem Mond zu stehen und ihm zu sagen: „Danke, dass du mich nicht vergisst.“
Eines Abends, als Lina besonders traurig war, hörte sie ein leises Flüstern. Es war der Mond selbst, der fragte: „Lina, warum weinst du?“ Lina zuckte zusammen, denn niemand hatte sie je so sprechen hören. „Ich fühle mich so klein und so allein“, sagte sie und ihre Stimme klang kaum lauter als ein Hauch. Der Mond lächelte und antwortete: „Du bist nicht allein. Du bist Teil von mir. Aber du bist auch stark, wenn du es nur wagst.“
Lina wusste nicht, was sie tun sollte. Sie hatte nie einen Schritt getan, ohne sich zu fürchten. Doch der Mond sagte: „Komm, ich helfe dir.“ Er zeigte ihr einen Weg, der aus funkelnden Sternen bestand, die miteinander verbunden waren, wie ein Netz, das bis zum Mond reichte. „Wenn du auf diesem Netz gehst, wirst du nicht fallen“, versprach der Mond. Lina nickte, ihre Augen leuchteten, und sie begann, vorsichtig einen Schritt nach dem anderen zu machen.
Der Weg war nicht leicht. Die Sterne schimmerten, doch manchmal schien es, als würden sie wegrutschen. Lina zitterte, doch sie hörte den Mond, der ihr leise zuflüsterte: „Du schaffst das, Lina. Du bist mutiger, als du denkst.“ Mit jedem Schritt, den sie tat, wurde sie sicherer, bis sie endlich vor dem Mond stand. Er strahlte und sagte: „Du bist jetzt Teil von uns, Lina. Du bist nicht mehr allein.“
Lina lachte, ihre Augen leuchteten wie nie zuvor. Sie stand auf dem Mond, sah die Erde unter sich und wusste, dass sie jetzt nicht mehr allein war. Sie hatte sich selbst Mut gemacht, und das war das Wichtigste. „Danke, Mond“, flüsterte sie und legte sich in die warmen Strahlen, um in die Welt der Träume zu gleiten.
Von diesem Tag an schien der Mond immer ein bisschen mehr, und Lina schimmerte immer heller. Sie wusste, dass sie nicht perfekt war, aber sie wusste auch, dass Mut nicht bedeutete, keine Angst zu haben – es bedeutete, trotz der Angst zu handeln.
Und so schlief Lina an diesem Abend tief und friedlich, umgeben von der sanften Strahlung des Mondes, mit dem Wissen, dass sie jetzt wusste, wie man mutig ist.
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