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Der kleine Bär Bruno stand mitten in seiner Höhle und kratzte sich am Kopf. Sein weiches Moosekissen war weg, und ohne Kissen konnte er einfach nicht einschlafen. Er drehte sich einmal im Kreis, so wie er es immer tat, wenn er nachdachte, aber das Kissen war und blieb verschwunden.
Er schaute unter dem Bett aus Ästen nach. Nichts, nur ein alter, vergessener Kieselstein. Er schaute hinter dem Stapel Beerenkörbe, in denen seine Mutter die Winterbeeren aufbewahrte. Auch nichts, nur Spinnweben und ein schlafender Käfer. Draußen dämmerte es schon, und die Sterne blinzelten durch die Höhlenöffnung, als wollten sie ihm zurufen, es sei bald Zeit zum Schlafen.
Bruno seufzte tief und lief einmal die ganze Höhle ab, vorbei am Vorratsregal, vorbei am kleinen Stein, auf dem seine Mutter abends immer saß, vorbei am alten Fell, das als Teppich diente. Nirgendwo lag sein Kissen. Er begann fast ein bisschen zu weinen, denn ohne sein Kissen fühlte sich das Einschlafen so fremd an.
Schließlich tappte er zu seiner Mutter, die am Eingang saß und den Mond beobachtete. "Ich finde mein Kissen nicht", murmelte er müde, mit hängenden Schultern. Seine Mutter lächelte geduldig und deutete auf einen weichen Haufen Moos direkt neben dem Feuerplatz. Dort lag es, warm von der Glut, genau dort, wo Bruno es am Nachmittag selbst hingelegt hatte, weil es dort am gemütlichsten gewesen war.
Bruno kuschelte sich hinein, und seine Mutter deckte ihn mit einem großen, weichen Blatt zu, das sie extra für kalte Nächte aufbewahrte. "Manchmal", sagte sie leise und strich ihm sanft über den Kopf, "ist das, was wir suchen, schon ganz nah. Wir müssen uns nur an den ruhigen Moment erinnern, in dem wir es dort hingelegt haben."
Bevor er einschlief, fragte Bruno noch leise: "Mama, kannst du morgen zeigen, wo du dein eigenes Kissen als kleiner Bär immer hingelegt hast?" Seine Mutter lachte sanft und erzählte, dass sie als kleines Bärenmädchen ihr Kissen fast jeden Abend an einer anderen Stelle vergessen hatte, bis ihre eigene Mutter ihr denselben Trick beigebracht hatte: einfach dort schlafen, wo es am gemütlichsten war.
Bruno gähnte herzhaft, schloss die Augen und hörte noch, wie draußen eine Eule leise rief und der Wind sacht durch die Baumkronen strich. Dann schlief er tief und fest ein, das Kissen warm unter seiner Wange, und träumte von honigsüßen Sommertagen im Wald.
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