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Der Herbstwind wehte sanft durch den bunten Blätterwald und wirbelte die roten, goldenen und braunen Blätter in der Luft herum. Piekse, ein kleiner Igel mit einer besonders feuchten Nase und klugen Knopfaugen, spürte es in seinen Pfoten: Die Zeit war gekommen. Es war nicht mehr der übermütige Sommerwind, der zum Spielen einlud, sondern ein kühlerer, flüsternder Wind, der von Ruhe und langen Träumen erzählte.
Piekse hatte in den letzten Wochen fleißig gearbeitet. Er hatte sich eine ordentliche Speckschicht angefressen, indem er nach dicken Käfern und saftigen Regenwürmern gesucht hatte. Nun fühlte er sich rund und ein wenig schwerfällig, genau richtig für das große Schlafen. Doch bevor er sich in sein gemütliches Quartier zurückziehen konnte, gab es noch etwas Wichtiges zu erledigen. Er musste sich von seinen Freunden verabschieden.
Zuerst stapfte Piekse zu der großen, alten Eiche. Dort wohnte Hops, das Eichhörnchen. Hops war gerade dabei, eine besonders pralle Haselnuss im weichen Waldboden zu vergraben. Seine buschige Rute zuckte aufgeregt hin und her.
„Hallo, Hops!“, rief Piekse mit einer etwas schläfrigen Stimme. „Ich wollte dir nur Auf Wiedersehen sagen. Mein Bett aus Moos und Laub ist fertig.“
Hops hielt inne und blickte den Igel mit schiefem Kopf an. „Oh, Piekse! Gehst du schon? Der Wald wird so still sein ohne dein Rascheln im Gebüsch.“ Hops hüpfte vom Baumstamm herab und reichte Piekse eine kleine, getrocknete Beere. „Hier, ein Abschiedsgeschenk. Ich werde dir im Frühling die schönsten Sonnenplätze zeigen, wenn du wieder aufwachst. Versprochen!“ Piekse lächelte, bedankte sich und spürte eine wohlige Wärme in seinem Herzen, trotz der kühlen Luft.

Als nächstes besuchte er die Wiese am Waldrand, wo Löffel, der Feldhase, seine Löffel in den Wind hielt. Löffel war immer in Eile, doch als er Piekse sah, hielt er inne. „Na, kleiner Stachelritter? Suchst du dir schon eine kuschelige Ecke?“, fragte der Hase freundlich.
„Ja, Löffel. Der Frost wird bald kommen, und meine Beine werden müde“, antwortete Piekse. Löffel nickte ernst. „Ich bleibe hier draußen. Mein Fell wird dick und weißlich werden, damit mich der Fuchs im Schnee nicht sieht. Aber ich werde oft an dich denken, wenn ich über die weißen Felder hopple. Ich werde dir die ersten grünen Halme aufheben, die durch den Schnee spitzen.“
„Das ist sehr lieb von dir“, sagte Piekse. „Pass gut auf dich auf, Löffel!“
Zuletzt suchte Piekse das Rotkehlchen auf. Es saß auf einem niedrigen Ast einer Tanne und sang eine melancholische, aber wunderschöne Melodie. „Piepsi“, rief Piekse leise. Das Rotkehlchen flatterte herab und landete direkt vor Piekses Nase.
„Du gehst schlafen, nicht wahr?“, zwitscherte Piepsi. Piekse nickte. „Ich werde die Sonne vermissen, Piepsi. Und eure Lieder.“

Das Rotkehlchen plusterte seine orangefarbenen Federn auf. „Hab keine Angst vor der Dunkelheit, Piekse. Der Winter ist wie eine lange Nacht, in der der Wald tief durchatmet. Und wenn ich mein erstes Frühlingslied singe, dann werde ich es ganz nah an deinem Versteck singen, damit du weißt: Die Sonne ist zurück.“
Mit diesen tröstlichen Worten im Kopf machte sich Piekse auf den Rückweg zu seinem Nest. Er hatte es unter einem dichten Brombeergebüsch errichtet, geschützt vor dem Wind und neugierigen Blicken. Es war ein herrlicher Haufen aus trockenem Eichenlaub, weichem Moos und ein paar kleinen Zweigen zur Stabilität. Piekse schlüpfte vorsichtig hinein. Es roch nach Erde und trockenem Wald.
Er drehte sich dreimal im Kreis, bis er die perfekte Position gefunden hatte. Er rollte sich zu einer festen, stacheligen Kugel zusammen. Die Kälte blieb draußen, während die Wärme seines eigenen Körpers das kleine Nest füllte. Draußen begann es leise zu regnen, und das Klopfen der Tropfen auf die Blätter klang wie ein sanftes Wiegenlied.
Piekse dachte an Hops, Löffel und Piepsi. Er hatte keine Angst vor dem Abschied, denn er wusste, dass jeder Abschied nur der Anfang eines neuen Wartens war. In seinen Träumen sah er schon die ersten Schneeglöckchen, hörte das Bächlein plätschern und spürte die warme Frühlingssonne auf seinen Stacheln.
„Gute Nacht, Wald“, murmelte er, bevor seine Augen endgültig zufielen. „Wir sehen uns, wenn die Welt wieder grün wird.“
Und während der erste Frost die Blätter mit glitzernden Eiskristallen überzog, schlief der kleine Igel tief und fest, behütet von der Stille des Winters und der Vorfreude auf das Wiedersehen mit seinen Freunden.
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Folge 2Hops und die verlorene Haselnuss3 Seiten
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