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Ein sonniger Morgen brach über das grüne Wäldchen, als Füchschen, ein schlauer, rötlicher Fuchs mit einem Streifen schwarzem Fell an der Seite, durch die Blätter huschte. Er war bekannt für seine List und seine Liebe zu Liedern, die er von den Vögeln, den Bäumen und selbst den Fischen hörte. Doch heute war er ungewöhnlich still. „Ich suche etwas“, sagte er zu einer Eule, die auf einem Ast saß. „Ein Lied, das verloren ist.“
Die Eule blinzelte. „Ein verlorenes Lied? Das ist selten. Vielleicht hat es die Fledermaus verloren, jene schüchternen Wesen, die nachts durch die Luft fliegen.“
Füchschen nickte. Er wusste, dass die Fledermaus, Namens Lina, ein sehr talentiertes Liedsingern war, aber sie war zu schüchtern, um ihr Talent zu teilen. So begab sich Füchschen auf die Suche, durch den Wald, über die Wiese, bis er endlich den alten Eichenbaum fand, unter dem Lina sitzen wollte, doch nicht wusste, wie.
„Ich kann nicht singen“, flüsterte Lina, als Füchschen sie fand. „Die anderen lachen, wenn ich es versuche.“
Füchschen setzte sich neben sie. „Lina, ich habe ein Lied verloren. Es war so schön, dass es die Bäume zum Tanzen brachte. Vielleicht kannst du es mir helfen, zu finden.“
Lina zögerte. „Ich… ich habe nie ein Lied verloren. Ich habe nie eines gesungen.“
„Dann lass uns eines erschaffen“, sagte Füchschen. Er begann zu singen, ein sanftes Lied über die Sterne und den Mond. Lina hörte zu, ihre Augen leuchteten. Und dann, leise, sang sie mit. Zuerst nur ein Flüstern, doch bald füllte ihr Gesang die Luft, und die Vögel hörten auf zu fliegen, um zuzuhören.
Als das Lied zu Ende war, lachte die Eule, die in der Dämmerung von oben beobachtete. „Ich habe es gehört! Das war das verlorene Lied. Es ist wieder gefunden worden.“
Lina fühlte sich nicht mehr schüchtern. Sie sang weiter, und Füchschen begleitete sie mit seiner Stimme. Die Tiere des Waldes tanzten, die Bäume wippten, und das Mondlicht schien wie ein Traum über sie.
„Manchmal“, sagte Füchschen, „muss man nur jemanden finden, der dir Mut gibt, um etwas zu entdecken, das schon lange in dir lag.“
Lina lächelte. „Danke, Füchschen. Ich fühle mich jetzt frei.“
Und so endete die Fabel mit einem Lied, das nie mehr verloren gehen würde – denn es war nicht nur ein Lied, sondern auch ein Herz, das endlich sang.
Manchmal braucht es nur einen Mutigen, um den Mut in anderen zu wecken.
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