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Es war eine ruhige Nacht, in der die Sterne leise sangen und der Wind durch die Bäume strich. In einer kleinen Ecke des Himmels lebte ein kleiner Mond, der noch nie aufgegangen war. Er war so klein, dass niemand ihn sah, und so still, dass niemand ihn hörte. Doch er hatte ein Herz voller Licht und wollte unbedingt, dass alle auf der Erde gut schlafen konnten.
Eines Abends fragte der kleine Mond einen Stern, der über ihm schwebte: „Wie kann ich das Licht meiner Seele in die Welt tragen, damit alle Kinder schlafen können?“ Der Stern lachte sanft und sagte: „Du musst nicht groß sein, um Licht zu geben. Du musst nur wahrhaftig sein.“
Der kleine Mond dachte lange darüber nach. Er beschloss, sich in die Wolken zu verstecken, um nicht gesehen zu werden, und dann leise zu schimmern. Doch niemand merkte es. Die Tiere schliefen weiter, die Kinder trugen ihre Traummasken, und die Erde blieb still. Der Mond war traurig. „Vielleicht ist es zu dunkel für mich“, flüsterte er.
Doch dann hörte er ein leises Weinen aus einem Dorf unten. Ein kleines Mädchen, das nicht schlafen konnte, weil sie Angst hatte, im Dunkeln allein zu sein. Der Mond spürte ihre Angst und beschloss, ihr zu helfen. Er kämpfte sich durch die Wolken, bis er so weit oben stand, dass er das Mädchen beruhigen konnte. Sein Licht war nicht hell, aber es war warm und zärtlich, wie die Stimme eines Bruders.
Das Mädchen sah zum Himmel und lachte. „Da ist ein kleiner Mond!“, rief sie. Und plötzlich begannen alle Kinder im Dorf, den kleinen Mond zu sehen. Sie strahlten und flüsterten: „Er ist so süß!“ Die Tiere hörten es und begannen, leise zu schnurren und zu brummen. Die Erde wurde sanft, und die Dunkelheit schien weicher zu werden.
Der kleine Mond wuchs nicht, aber sein Licht wurde stärker, weil es aus Liebe und Wärme geboren war. Er leuchtete über die Felder, die Dächer, die Bäume und die Kinder, die in ihren Betten lagen. Jedes Land, das ihn sah, bekam eine kleine Wunde verheilt, eine Angst beruhigt, eine Träume gegeben. Und so wurde er zum Mond der Zärtlichkeit, zum Mond der Ruhe.
Als die Sonne aufging, war der kleine Mond schon wieder zurück in den Wolken, doch sein Licht blieb in den Herzen der Kinder. Und wenn sie abends in die Kissen sanken, wussten sie: Es war der kleine Mond, der sie mit seinem Licht beschützte, bis sie tief und friedlich schliefen.
Moral: Auch das kleinste Licht kann die größte Dunkelheit beruhigen.
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