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Die Welt von Vel’Astrium wurde von sieben großen Häusern regiert. Jedes bewahrte einen Teil des Ur-Orbes, einer antiken Reliquie, die die Realität selbst verändern konnte. Von allen Häusern war keines so gefürchtet oder bewundert wie das Haus Erevaris, die Nachfahren des verfluchten Blutes, die angeblich mit einem sterbenden Gott einen Ewigen Machtvertrag geschlossen hatten.
Und genau in diesem Haus öffnete Kael die Augen... zum zweiten Mal.
𝘓𝘪𝘦𝘣𝘦 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘮𝘦𝘩𝘳, 𝘴𝘰𝘯𝘥𝘦𝘳𝘯 𝘷𝘦𝘳𝘴𝘤𝘩𝘸𝘰𝘳𝘥𝘦𝘯.
Letztes Mal, als Kael von Erevaris atmete, war er als Verräter. In seiner vergangenen Leben war er ein kaltblütiger, manipulativer Adeliger, mit einem Gespür für Lügen und einem Gesicht, das niemals Schuld zeigte. Er verriet Geheimnisse seines Hauses an feindliche Fraktionen. Er schloss Allianzen mit verbotenen Wesen aus der Schattenwelt. Sogar einen Mord an seinem jüngeren Bruder beauftragte er, um schneller aufzusteigen.
Aber er wurde verraten. Aus Liebe.
Eine Frau mit weißem Haar und schwarzen Flügeln...
Eine Verräterin, die ihm „Ich liebe dich“ sagte, bevor sie ihm ein Messer ins Herz stieß.
„Erwache, Teufel... der Himmel ist noch nicht zu Ende.“, sagte eine Stimme zwischen Echos.
Als seine Augen in dieser Kristallkammer, eingebettet in alte Ruinen, sich öffneten, spürte Kael das Brennen zweier Erinnerungen: die des jungen Erben und die des Monsters, das er gewesen war. Er wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. Sein Körper war jünger. Doch die Narbe seines vergangenen Lebens war da: eine schwarze Rune auf seiner Brust, eine Verurteilung der Ewigkeit.
Und in seinem Geist... ein Wunsch: „Ich werde dieselben Fehler nicht wiederholen. Diesmal werde ich besser lügen.“
Die Erste: Lysennah, die Bogenschützin der Verlorenen Wälder
Nachdem er aus dem Tempel entflohen war, in dem er wiedergeboren wurde, tauchte Kael in den Wäldern von Eldreon auf, wo ihn eine elbische Patrouille angriff. Er tat, als sei er verletzt. Er tat, als wüsste er nicht, wer er war. Mit zitternder Stimme und leeren Augen stellte er sich als „Kael, ein wandernder Waisenkind, das Stimmen hörte“ vor.
Dort traf er Lysennah Drel’Varin, eine Elbin mit harten Herzen, aus einer Familie, die seit Jahrhunderten versprochen hatte, die Erevaris zu jagen.
Sie rettete ihn.
„Ich weiß nicht, was du hier machst, Mensch. Aber wenn du lügst... werde ich es wissen.“
„Ich weiß nicht, wer ich bin“, log er, die Narbe mit Verbänden versteckend. „Ich will nur Antworten.“
Wochenlang beobachtete Kael sie. Er lernte ihre Routine. Ihre Wunden. Ihren Hass auf die Erevaris. Und langsam begann er, Sympathie zu säen. Ein Lächeln hier. Eine traurige Geschichte dort. Bis Lysennah anfing zu zweifeln.
Aber ihre Beziehung war nicht ruhig. Sie konfrontierte ihn ständig:
„Du hast den Blick eines Mörders... viele Male.“
„Vielleicht habe ich es in einem anderen Leben getan“, flüsterte er, weder bestätigend noch leugnend.
Bis zu einem Abend, am Rand eines Feindangriffs, rettete Kael sie... indem er einen verbotenen Fluch nutzte, den nur ein Erevaris beherrschen konnte. Lysennah entdeckte es.
„Du bist einer von ihnen! Ein Teufel in Schafskleidung!“
„Und was wirst du tun, Lysennah?“, antwortete Kael, nahm ihren Bogen und warf ihn weit weg. „Mich töten, den einzigen, der dich versteht?“
Sie tat es nicht. Sie hasste ihn. Sie küsste ihn. Sie schlug ihn. Sie rettete ihn. Sie zog sich zurück.
Die Zweite: Revka, die Generals des gefallenen Imperiums
Auf seinem Weg nach Süden drang Kael in die Ruinen von Khar-Ein ein, wo er eine versiegelte Gefängnis fand. Dort lag Revka, eine Halbdämonin mit grauer Haut, verfluchten Ketten und Augen, die seit hundert Jahren nicht blinzeln. Es war er, der das Siegel brach. Er täuschte, ein Botschafter des neuen Imperiums zu sein, um sie zu befreien.
„Was willst du von mir, Mensch?“
„Dass du mir dienst. Und dass wir diejenigen, die mir das Leben raubten, zerstören.“
Revka lachte. Ein hohles, grausames Geräusch.
„Du bist schlimmer als ich. Ich mag dich.“
An ihrer Seite lernte Kael, den Feuer der dunklen Pakt zu führen. Doch er lernte auch den Preis, mit den Emotionen einer wie sie zu spielen. Denn Revka begehrte ihn... und wusste nicht, wie man liebt, ohne zu dominieren.
„Verdirb mich nicht, Kael.“, sagte sie eines Abends, nach einer Schlacht. „Weil wenn du es tust... werde ich dich lieben, und dich dafür töten.“
Und Kael, zum ersten Mal, fürchtete sich vor seinem eigenen Spiel.
Die Dritte: Naevira, die Drachentochter
In den schneebedeckten Ländern von Valdyr-Norr sah Kael einen unterbrochenen Ritual. Eine Drachentochter, in ihrer menschlichen Form gefangen, stand kurz davor, von ihrem eigenen Clan geopfert zu werden.
Kael intervenierte. Nicht aus Mitleid, sondern aus Strategie. Ein Drache könnte eine nützliche Waffe sein.
Aber Naevira war keine hilflose Jungfrau. Sie war stolz, stolz und mit einem schlafenden Macht. Kael manipulierte sie, indem er sich als himmlischer Botschafter ausgab. Sie glaubte ihm.
Während ihres gemeinsamen Reises stritten sie täglich. Sie hasste seine Art zu sprechen. Seinen Sarkasmus. Seinen berechnenden Blick.
Doch auch, Nacht für Nacht, näherte sie sich ihm.
„Ich vertraue dir nicht.“
„Du musst nicht. Nur folge mir.“
„Warum hast du mich gerettet?“
„Weil du etwas Besseres verdienst, als von Feiglingen getötet zu werden.“
Und sie, ohne es zu verstehen, begann, ihn zu brauchen.
Ende des Kapitels 1: Der Beginn des Betrugs
Kael hatte bereits drei Teile. Drei mächtige Frauen. Drei Herzen, die ihn liebten, hassten oder beides.
Doch sein Plan hatte gerade erst begonnen. Sein Ziel war nicht die Liebe. Es war Rache, Kontrolle und Ewigkeit.
Doch die Vergangenheit kehrt immer zurück.
Und in Träumen erschien die Frau mit schwarzen Flügeln immer wieder...
„Kael... du hast noch immer nicht für das bezahlt, was du getan hast.“
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